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April 1, 2020

Das Kamerasystem des HONOR 9X PRO

Allgemein

Das HONOR 9X PRO verfügt über ein Dreifach-Kamerasystem auf der Rückseite und eine Pop-Up-Frontkamera.

Die Hauptkamera bietet in etwa den Blickwinkel eines 35mm Objektivs (umgerechnet auf Vollformat/Kleinbild) und löst mit 48 Megapixeln auf. Die maximale Blendenöffnung beträgt f/1.8.

In der Standardeinstellung nimmt das HONOR 9X PRO Fotos mit einer Größe von 12 Megapixeln auf. Dies ergibt sich durch sogenanntes Pixel Binning, bei dem jeweils 4 Pixel des 1/2-Zoll-Sensors zu einem Pixel kombiniert werden. Es ist aber ebenfalls möglich, die volle Auflösung des Sensors beim Fotografieren zu nutzen.

Das zweite Objektiv ist ein Superweitwinkel mit einem Bildwinkel von 120°. Hier steht eine Anfangsblende von f/2.4 und eine Sensorauflösung von 8 Megapixeln zur Verfügung.

Hinter dem dritten Objektiv verbirgt sich ein Tiefensensor mit 2 MP Auflösung und f/2.4, der etwa für Portraitaufnahmen oder simulierter Tiefenschärfe ergänzende Informationen liefert.

Die Frontkamera wurde beim HONOR 9X PRO im oberen Gehäuserahmen verbaut. Sie fährt bie Bedarf mechanisch aus dem Gehäuse heraus.

Die Pop-up-Kamera bietet einen Weitwinkel (umgerechnet 26mm) und löst mit 16MP bei einer maximalen Blende von f/2.2 auf.

Hauptkamera

Die 48 Megapixel-Hauptkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen scharfe und detailreiche Bilder. Farben werden meist realistisch und nicht übersättigt wiedergegeben.

Mit Gegenlichtsituationen kommt das HONOR 9X PRO gut zurecht. Etwaige Überstrahlungen und Lens Flares kann man teilweise als Stilmittel einsetzen. Wenn man manuell den Bereich zur Belichtungsmessung wählt, lassen sich auch extreme Helligkeitsunterschiede recht gut bewältigen.

Bei schwierigen Lichtverhältnissen, wie z.B. in der Dämmerung oder bei Kunstlicht in Innenräumen, wird Bildrauschen sichtbar und die Detailwiedergabe leidet – vor allem in dunklen Bildbereichen.

Die Verwendung des Nachtmodus bzw. dem „AIS Super Night Mode“, bei dem mehrere Fotos automatisch zu einem verrechnet werden, verbessert das Ergebnis. Damit sind deutlich hellere, rauschärmere und detailreichere Bilder auch bei sehr dunklen Lichtverhältnissen möglich.

Selbst aus der Hand gelingen oft noch recht ansehnliche Fotos – ein Stativ ist aber dennoch sehr hilfreich.

Es macht Spaß mit den verschiedenen Bildmodi zu experimentieren. Befestigt man das HONOR 9X PRO etwa auf einem kleinen Smartphone-Stativ und wechselt in den Modus „Lichtmalerei“, so kann man interessante Fotos aufnehmen, wie z.B. die Lichtspuren fahrender Autos, Sternenspuren u.a.

Das Kamerasystem des HONOR 9X PRO

„Lichtspuren“

Ich hatte bereits erwähnt, dass man beim Fotografieren auch die volle 48 Megapixel-Auflösung der Hauptkamera nutzen kann. Normalerweise halte ich das nicht für erforderlich. Die hohe Auflösung bringt im Alltagsgebrauch kaum einen Vorteil mit sich – lediglich die Dateigröße der Fotos steigt erheblich an. Folgerichtig ist auch eine Bildgröße von 12-Megapixeln voreingestellt.

Es gibt jedoch einige Sonderfälle, bei denen sich eine höhere Auflösung positiv bemerkbar machen würde.

Gerade bei Fotos, die viele kleine Bildelemente enthalten, wie beispielsweise Landschaftsaufnahmen, gelingt es mit der vollen 48-MP-Auflösung, mehr Details einzufangen. Wirklich relevant ist das aber nur, wenn man beim Betrachten stark in das Bild hineinzoomt oder einen großformatigen Ausdruck anfertigen möchte. Natürlich bietet die hohe Auflösung auch größere Reserven für Ausschnittsvergrößerungen.

Bei diesen Anwendungsfällen würde ich gleich die Auflösung „48 MP AI Ultra Clarity“ wählen. Hier werden wieder mehrere 48-MP-Bilder zu einem Foto kombiniert, das sich dann deutlich detailreicher und rauschärmer präsentiert. Zu beachten ist allerdings, dass dieser Modus nur bei unbewegten Motiven sinnvoll einsetzbar ist.

Um die Unterschiede zwischen den Auflösungen „12 MP“ und „48 MP AI Ultra Clarity“ zu verdeutlichen, habe ich dasselbe Motiv in beiden Modi fotografiert und vergleiche jeweils die rot markierten Ausschnitte miteinander.

Das Kamerasystem des HONOR 9X PRO Das Kamerasystem des HONOR 9X PRO

Vergleich der Ausschnittsvergrößerungen mit jeweils 12MP bzw. 48MP AI Ultra Clarity

Mit dem Bildmodus „Blende“ kann man die Bildwirkung simulieren, die offenblendige Objektive an Spiegelreflex- oder Systemkameras erzeugen. Dabei stellt man auf das Hauptmotiv scharf und Bildinhalte, die räumlich davor oder dahinter liegen, verschwinden in der Unschärfe (Bokeh).

Wenn das Hauptmotiv klar begrenzte Umrisse aufweist, kann das HONOR 9X PRO dieses meist gut erkennen und erzeugt dann durchaus ansprechende Fotos. Es lohnt sich, mit dieser Funktion zu experimentieren.

Das Kamerasystem des HONOR 9X PRO

„simuliertes“ Bokeh bei einer PROduktaufnahme

Superweitwinkel

Die Superweitwinkel-Kamera sehe ich als gute Ergänzung zur Hauptkamera, da sich ein größerer Bildwinkel nicht nachträglich erzeugen bzw. errechnen lässt.

Steht viel Licht zur Verfügung, gelingen hiermit ebenfalls ansprechende, realistische Aufnahmen. Die Detailauflösung erreicht nicht das gute Niveau der Hauptkamera. Bei schwierigen Lichtverhältnissen nimmt das Bildrauschen zu und Details erscheinen verwaschen. Hier macht sich die kleinere Anfangsblende von f/2.4 bemerkbar, die, im Vergleich zur Hauptkamera, weniger Licht auf den Sensor fallen lässt.

Eine dedizierte Tele-Linse besitzt das HONOR 9X PRO leider nicht. Der Zoom wird digital über die Hauptkamera realisiert. Darunter leidet erwartungsgemäß die Detailwiedergabe. Der 2-fach Zoom ist aber dennoch gut nutzbar.

Das Kamerasystem des HONOR 9X PRO

Fotos vom selben Standort mit verschiedenen Zoom-Stufen

VIDEO

Das HONOR 9X PRO zeichnet Videos maximal in FullHD 1080p-Auflösung mit 60fps auf. Eine optische Bildstabilisierung steht nicht zur Verfügung. Die AI-Videostabilisierung funktioniert recht gut, sorgt aber für eine verzögerte Darstellung des Sucherbilds.

Beim Filmen mit der Weitwinkel-Kamera sind Aufnahmen auf 30fps begrenzt. Auch wenn man Videofilter einsetzen möchte, greift diese Einschränkung.

Die Videoqualität reicht zum Aufnehmen von kurzen Clips im Alltag aus. Steht viel Licht zur Verfügung, ist die Bildqualität recht ansprechend. Der Ton geht ebenfalls in Ordnung.

Für ein ernsthafteres Filmen ist das HONOR 9X PRO, meiner Meinung nach, weniger gut geeignet. Leider bietet die herstellereigene Kamera-App für das Filmen keinen PRO-Modus an. Dieser wäre aber erforderlich, um Belichtungszeit, Fokus, etc. voreinstellen zu können. In Anbetracht der angepeilten Benutzergruppe möchte ich das nicht weiter kritisieren.

Pop-Up-Kamera:

Steht viel Licht zur Verfügung, gelingen mit der Frontkamera schöne Selfies mit natürlichen Farben. Vorsicht ist bei der Einstellung des Verschönerungsgrades geboten, da Bilder sonst stark weichgezeichnet werden.

Leider lässt die Bildqualität deutlich nach, wenn wenig Licht zur Verfügung steht. Gerade in Innenräumen mit Kunstlicht führt das zu verwaschenen Details, Bildrauschen und einer unrealistischen Farbwiedergabe. Auch die Gesichtsaufhellung durch das Erhöhen der Bildschirmhelligkeit vermag nichts daran zu ändern.

Videoaufnahmen sind maximal mit 1080p und 30fps möglich. Die Verschönerungsfunktionen stehen allerdings nur bis 720p zur Verfügung.

Fazit

Insgesamt gefällt mir das Kamerasystem des HONOR 9X PRO gut. Die Kamera ist durchaus schnappschusstauglich und man erhält, wenn man sich der Limitierungen bewusst ist, ansehnliche Fotos mit einer insgesamt guten Bildqualität. Über kleinere Schwächen kann ich, gerade in Anbetracht des Gerätepreises, hinweg sehen.

Ich hätte keine Bedenken, einen Urlaub mit der Kamera des HONOR 9X PRO festzuhalten.

Source:HONOR Community